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Kannst du dir vorstellen, dir ein (weiteres) Tattoo zuzulegen? Welches wäre das und an welcher Körperstelle würdest du es stechen lassen?
Ja, das kann ich tatsächlich. Zwei habe ich schon. Einen kleinen Katzenkopf auf der linken Schulter und eine kleine Eule auf geschwungenen Zweigen am linken Fußgelenk. Gestern habe ich noch überlegt, welches ich wählen würde und habe es sogleich auch mit Bleistift entworfen und mir von der KI sauber generieren lassen. Ich würde es am inneren Unterarm tragen.
Manche Tattoos erzählen mehr als Worte.
Auf den ersten Blick sieht man eine Pusteblume, deren Samen vom Wind davongetragen werden. Zwischen ihnen schweben die Namen Lukas, Florian und Sophia. Ein filigranes Motiv, leicht und unaufdringlich. Doch gerade in dieser Schlichtheit liegt seine ganze Kraft.
Die Pusteblume ist eine besondere Blume. Sie hält nichts fest. Wenn ihre Zeit gekommen ist, lässt sie ihre Samen ziehen. Der Wind trägt sie hinaus in die Welt, zu unbekannten Orten, neuen Wegen und eigenen Geschichten.
Es ist auch die schönste Beschreibung von Liebe.
Liebe bedeutet nicht festzuhalten. Liebe bedeutet, Menschen fliegen zu lassen und sie dennoch immer im Herzen zu tragen.
Die Namen in diesem Tattoo stehen deshalb nicht neben der Blume. Sie werden Teil des Windes. Teil der Bewegung. Teil einer Reise. Jeder Samen geht seinen eigenen Weg und bleibt doch mit seinem Ursprung verbunden.
Anne Seltmann 23.06.2026, 07.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine Reise unvergesslich machen.
Dieses Herz aus Butter entdeckte ich an einem Frühstücksbuffet in Rom. Zwischen Brot, Gebäck und dem geschäftigen Treiben am Morgen lag es plötzlich da – so liebevoll geformt, dass ich einfach mein iPhone zücken musste.
Es war nur ein kleines Detail. Und doch erzählte es von Aufmerksamkeit, von Freude an der Gestaltung und davon, dass selbst ein Frühstück ein wenig Herz vertragen kann.
Genau solche Momente sammle ich gerne. Denn oft sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die uns in Erinnerung bleiben, sondern die kleinen Gesten am Wegesrand.
Mein Montagsherz kommt heute also direkt aus Rom – mit einem Hauch von Butter, Urlaubsgefühl und ganz viel Charme.
Und nun seid ihr wieder dran!
Welche herzigen Beiträge habt ihr heute für mich?
Nächster Termin:

06.Juli 2016
Anne Seltmann 22.06.2026, 04.00 | (8/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 20.06.2026, 08.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich bin Aurelia von Sturmfeder, Eule aus altem Adel – mit Federn so fein wie Samt und einem Schnabel, der schon so manches Geheimnis belauscht hat. Meine Vorfahren flogen nicht nur majestätisch durch die Nacht, sondern hatten auch immer ein Auge auf den richtigen Tee und die besten Mäusevorräte.
Ich selbst bevorzuge stilvolle Ausflüge, elegante Gesellschaft und die kleinen Freuden des Lebens. Ein Besuch in einer charmanten Boutique, ein Nachmittag in einem feinen Café oder ein ausgedehnter Bummel durch die Stadt bereiten mir weit mehr Vergnügen als jede königliche Verpflichtung.
Man sagt, ich sei höflich, anmutig und stets tadellos gekleidet. Das mag stimmen. Allerdings bin ich auch neugierig, gelegentlich ein wenig eigensinnig und niemals weit von einem kleinen Abenteuer entfernt. Denn hinter jeder Tür, jedem Schaufenster und jeder Begegnung könnte sich eine Geschichte verbergen, die es wert ist, erzählt zu werden.
Ich liebe schöne Hüte, gut gefüllte Teetassen, interessante Gespräche und Menschen mit Humor. Übertriebene Eile hingegen halte ich für eine höchst zweifelhafte Erfindung.
Willkommen in meiner Welt – einer Welt voller Charme, kleiner Entdeckungen, feiner Manieren und überraschender Augenblicke. Machen Sie es sich bequem, begleiten Sie mich ein Stück des Weges und vergessen Sie nicht: Das Leben ist viel zu kostbar, um daran vorbeizueilen.
Ihre
Gräfin Aurelia von Sturmfeder
© Gräfin Aurelia von Sturmfeder aka Anne Seltmann
Anne Seltmann 19.06.2026, 10.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Zwischen den Dünen

Anne Seltmann 18.06.2026, 13.56 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Die Sache mit dem Flugzeug
„Ich war‘s nicht.
So begann die Geschichte.
Und genau das machte alle misstrauisch.
Niemand hatte die Katze überhaupt etwas gefragt.
Neben ihr stand ein kleines Holzflugzeug.
Auf dem Teppich lagen verstreut einige Bauklötze, ein Stoffhase ohne Ohr und ein Puppenschuh an einem Ort, an dem Puppenschuhe normalerweise nicht vorkommen.
„Was ist hier passiert?, fragte Svantje.
Die Katze blinzelte.
Einmal.
Langsam.
Unschuldig.
Sehr unschuldig.
Verdächtig unschuldig.
„Miau.
Das half ihrer Verteidigung nicht.
Denn die Erfahrung zeigte: Immer wenn irgendwo etwas umgefallen, verschwunden oder auf geheimnisvolle Weise den Standort gewechselt hatte, befand sich die Katze zufällig in unmittelbarer Nähe.
So auch heute.
Die Ermittlungen dauerten etwa fünf Minuten.
Dann stellte sich heraus, dass der kleine Bruder das Flugzeug selbst dort abgestellt hatte.
Die Katze war tatsächlich unschuldig.
Wie meistens.
Also zumindest häufiger, als ihr unterstellt wurde.
Den Rest des Tages lag sie neben dem Flugzeug und genoss ihren Freispruch.
Allerdings mit dem Gesichtsausdruck einer Katze, die genau weiß:
Morgen bietet sich bestimmt wieder eine Gelegenheit.

Anne Seltmann 17.06.2026, 11.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Krokodil mit den schlechten Manieren
Im Zoo gab es ein Krokodil namens Kurt.
Kurt hatte ein Problem.
Er grinste ständig.
Nicht, weil er besonders fröhlich war.
Nicht, weil er gute Witze kannte.
Er sah einfach immer so aus.
„Du musst freundlicher wirken, sagte der Pfleger.
„Ich wirke doch freundlich, antwortete Kurt.
„Nein, sagte der Pfleger. „Du wirkst, als würdest du überlegen, wen du als Nächstes verspeist.
Also besuchte Kurt einen Benimmkurs.
Dort lernte er:
höflich nicken,
anderen den Vortritt lassen,
und beim Smalltalk niemanden anzustarren.
Nach drei Wochen war er stolz auf seine Fortschritte.
Als eine Schulklasse vorbeikam, lächelte er besonders freundlich.
Die Kinder schrien.
Die Lehrerin schrie.
Der Hausmeister schrie vorsichtshalber mit.
Kurt seufzte.
„Das läuft nicht optimal.
Schließlich gab er auf und setzte sich wieder an seinen Teich.
Dort traf er eine alte Schildkröte.
„Weißt du, sagte sie, „manche Gesichter werden einfach missverstanden.
„Meins zum Beispiel?
„Genau. Und meins sieht aus, als würde ich seit 200 Jahren über Steuererklärungen nachdenken.
Da mussten beide lachen.
Zumindest glaubte die Schildkröte, dass Kurt lachte.
Bei Krokodilen weiß man das nie so genau.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 17.06.2026, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL




Die Fahrradklingel ist ein bemerkenswertes Instrument. Sie besteht aus einem Stück Metall, ist kaum größer als eine Walnuss und besitzt trotzdem das Selbstbewusstsein eines Opernsängers.
Ein einziges „Klingeling! – und schon erwartet sie, dass sich Spaziergänger, Hunde, Enten, Kinderwagen und gelegentlich auch ganze Reisegruppen in Bewegung setzen.
Besonders interessant ist, dass jede Fahrradklingel ihren eigenen Charakter hat. Manche klingen freundlich wie: „Entschuldigung, dürfte ich vielleicht vorbei?
Andere klingen eher wie: „Achtung! Hier kommt die Tour de France!
Und dann gibt es jene Klingeln, die man drückt und die so leise sind, dass vermutlich nicht einmal der Fahrer selbst sie hört.
Eigentlich bewundere ich Fahrradklingeln. Sie verbringen ihr ganzes Leben am Lenker, sehen die Welt vorbeiziehen und melden sich nur dann zu Wort, wenn es wirklich wichtig wird.
Oder wenn ein Spaziergänger mitten auf dem Radweg steht und verträumt Gänseblümchen zählt.
Dann wächst die kleine Klingel über sich hinaus.
Klingeling!
Und plötzlich weiß jeder:
Hier kommt jemand mit wichtigen Angelegenheiten.
Obige Bilder zeigte ich schon ein zu der damaligen schönen Challenge "Freitagsklingeln" von Frau Tonari Ihre Webseite ist allerdings nicht mehr aktiv.
Anne Seltmann 16.06.2026, 05.23 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ruminieren
Es gibt Menschen, die denken nach.
Und es gibt Menschen, die denken denselben Gedanken zum fünfzigsten Mal nach – oft nachts um halb drei.
Für dieses mentale Wiederkäuen gibt es sogar ein eigenes Wort: ruminieren.
Ruminieren bedeutet grübeln. Nicht das hilfreiche Nachdenken, bei dem man irgendwann eine Lösung findet, sondern die Art von Gedankenkarussell, bei der man immer wieder dieselbe Runde dreht.
Man denkt an das Gespräch von gestern.
An den Satz, den man besser nicht gesagt hätte.
Oder an den Satz, den man unbedingt hätte sagen sollen.
Und plötzlich sitzt man gedanklich wieder dort, obwohl die Beteiligten längst zuhause sind und vermutlich schon schlafen.
Das Wort stammt vom lateinischen ruminare und bedeutet tatsächlich: wiederkäuen.
Kühe machen das mit Gras.
Menschen machen das mit peinlichen Erinnerungen.
Der Unterschied ist: Die Kuh gewinnt dabei Nährstoffe.
Der Mensch gewinnt höchstens Augenringe.
Psychologen sehen Ruminieren übrigens nicht als harmlose Eigenart. Wer ständig gedanklich dieselben Sorgen, Fehler oder Befürchtungen durchkaut, erhöht das Risiko für Stress, Schlafprobleme und depressive Verstimmungen.
Oder anders gesagt:
Manche Gedanken sind wie Kaugummi.
Je länger man darauf herumkaut, desto weniger Geschmack bleibt übrig – aber los wird man sie trotzdem nicht.
Deshalb darf man sich gelegentlich an den Rat halten, den Kühe nie befolgen würden:
Einfach mal nicht wiederkäuen.
Anne Seltmann 15.06.2026, 17.48 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 11.06.2026, 07.51 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL